Mein Standpunkt
Der Klimawandel verändert Schleswig-Holstein – schon heute, nicht irgendwann. Es braucht eine Klimapolitik, die entschlossen handelt, die Menschen mitnimmt und die Stärken unseres Landes konsequent nutzt. Schleswig-Holstein profitiert schon heute von aktivem Klimaschutz. Die Transformation zum klimaneutralen Bundesland bringt uns einen wichtigen Standortfaktor - und stärkt damit langfristig unser Klima und unsere Wirtschaft.
Steigende Meeresspiegel, heiße Sommer, veränderte Küstenlinien: Der Klimawandel ist in Schleswig-Holstein längst keine Zukunftsvision mehr – er ist Gegenwart. Gleichzeitig steckt in unserem Land eine außergewöhnliche Stärke, denn konsequenter Klimaschutz erhält nicht nur unsere Lebensgrundlage, sondern wird auch zum wichtigen Standortfaktor für die Zukunft. Diese Stärke müssen wir politisch ernst nehmen und gezielt gefördert werden. Klimapolitik, die funktioniert, denkt ökologische, wirtschaftliche und soziale Fragen immer zusammen – denn nur so entsteht ein Wandel, der gemeinsam in die Zukunft trägt.
Schleswig-Holstein ist Windland – und das ist kein Zufall, sondern ein wichtiges Ergebnis bisheriger politischer Arbeit. Nirgendwo in Deutschland ist das Potenzial für erneuerbare Energien größer, nirgendwo schreitet die Energiewende so voran, wie bei uns im echten Norden. Diesen Vorsprung müssen wir weiter entschlossen nutzen: mit dem weiteren Ausbau von Wind- und Solarenergie, mit grünem Wasserstoff als Rückgrat einer klimaneutralen Industrie und mit Netzen, die die Energie dorthin bringen, wo sie gebraucht wird. Klimaschutz und wirtschaftliche Stärke sind dabei kein Widerspruch – sie bedingen einander. In dem wir die Energiewende in Schleswig-Holstein weiter stärken, gestalten wir damit die Zukunft Schleswig-Holstein.
Das Wattenmeer, die Ostseeküste, das Elbegebiet und die Moore im Binnenland – sie sind nicht nur landschaftlich prägend, sondern ökologisch unverzichtbar. Sie speichern CO₂, beherbergen einzigartige Artenvielfalt und schützen uns vor den Folgen des Klimawandels. Genau deshalb sind Küstenschutz, Moorrenaturierung und der Erhalt und die Neuschaffung von Naturschutzgebieten wichtige Zielsetzungen, mit denen wir eine Antwort auf die aktuelle Biodiversitätskrise finden. Wer die Natur schützt, schützt die Grundlage, auf der Wirtschaft, Tourismus und Lebensqualität in Schleswig-Holstein beruhen.
Klimaschutz gelingt nur, wenn er alle Menschen mitnimmt. Förderprogramme, die gezielt entlasten, bezahlbare Alternativen zum Auto und Unterstützung beim Heizungstausch: Diese sozialen Leitplanken sind Kern guter Klimapolitik. Wer sich den Wandel nicht leisten kann, wird beim Umstieg geholfen. Diesen Ansatz wollen wir weiter stärken: denn Klimaschutz ist eine gemeinschaftliche Aufgabe und alle Menschen im Land müssen davon profitieren – unabhängig vom Einkommen oder Wohnort. Mit dem Umstieg in Energie und Wärme schaffen wir zudem Unabhängigkeit und schaffen somit langfristige Lösungen, von denen wir auch finanziell profitieren.
Schleswig-Holstein hat bewiesen, dass Klimaschutz auf Landesebene gelingt. Jetzt kommt es darauf an, diesen Kurs in die Fläche zu bringen: Kommunen und Kreise brauchen gezielte Unterstützung, um ihre Klimaschutzpläne Schritt für Schritt umzusetzen. Gleichzeitig entstehen vielerorts Klimaanpassungskonzepte, die Regionen konkret vor den Folgen der Klimakrise schützen sollen – in deren Umsetzung muss das Land weiter investieren. Entscheidend ist dabei eine stärkere Vernetzung zwischen Land, Kreisen, Kommunen, Verbänden und Wirtschaft: gemeinsam gestalten, voneinander lernen, und diese Koordination aktiv vom Land aus vorantreiben.
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